Presse2016-11-16T16:18:13+02:00

Milchprodukte im Fokus bei Manufactum brot&butter

brot&butter und beste Milch – ein einfach gutes Trio. Am Samstag, den 1.6.2018 feiern Milch-Direktvermarkter des BMV und die Manufactum brot&butter Filialen in Deutschland Qualität und Geschmack mit einer bundesweiten Verkostungsaktion. Während die engagierten Landwirte zum Besrch über Regionalität und Direktvermarktung laden, setzt brot&butter mit einem abgestimmten gastronomischen Angebot zusätzliche Akzente rund um das Ur-Lebensmittel Milch.

Zum 6. Mal in Folge findet die gemeinsame Aktion statt. Teilnehmende Filialen sind München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Waltrop und Bremen. Besucherinnen und Besucher können mit den Produzenten der handwerklich erzeugten, regionalen Lebensmittel ins Gespräch kommen und verschiedene Produkte verkosten. In den Filialen in Bremen, Stuttgart, München und Frankfurt/Main gehört auch Rohmilch in Vorzugsmilch zum Repertoire. Der BMV begrüßt, dass Manufactum brot & butter sich trotz größerer logistischer Herausforderungen in Bezug auf die Kühlung, die Mengenplanung und die Handhabung in den Läden für den Erhalt dieses naturbelassenen Lebensmittels einsetzt.

Die Teams der einzelnen Manufactum brot&butter Filialen setzen zudem einen geschmacklichen Schwerpunkt auf Milch und Milchprodukte. Neben den jeweiligen regionalen Produkten der einzelnen Direktvermarkter wie Milch, Joghurt und Quark gibt es Milchstuten und andere Köstlichkeiten zu probieren. Lassen Sie sich überraschen und schauen Sie in Ihrem brot&butter Geschäft vorbei. die Landwirte der einzelnen Betriebe freuen sich auf anregende Gespräche mit Ihnen. Und bescheren Ihnen gerne gute Geschmackserlebnisse.

Vorzugsmilchhof Weidenhof in Wächtersbach engagiert sich für Direktvermarktung in höchster Qualität. Gemeinsam mit ihrem Mann Achim bewirtschaftet Claudia Müller nicht nur den Betrieb, sondern engagiert sich auch agrarpolitisch für eine zukunftsfähige regionale Landwirtschaft. Sie ist unter anderem Vorsitzende des BMV-Vorstandes. Sie beliefern seit Jahren die Manufactum brot&butter Filiale in Frankfurt.

Weitere Informationen erhalten Sie online unter www.manufactum.de

Empfindliche Personengruppen sollten wegen der Keimbelastung auf Roh- und Vorzugsmilch verzichten

Verbraucher können Milch mittlerweile nicht nur im Supermarkt kaufen. Milchtankstellen oder Milchausgabeautomaten auf dem Hof erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Doch Milch ist nicht gleich Milch. Anlässlich des Weltmilchtags am 1. Juni weist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin auf die unterschiedlichen Angebotsformen und die damit verbundene Keimbelastung hin. Da Rohmilch nicht wie Konsummilch einer Wärmebehandlung unterzogen wird, werden krankheitsauslösende Keime nicht abgetötet und können bei empfindlichen Personengruppen schwere Erkrankungen auslösen. 

Als tierisches Lebensmittel kann Milch sogenannte Zoonoseerreger enthalten, die von der Kuh selbst stammen oder über den Melkprozess eingetragen werden. Zoonoseerreger wie Salmonellen, Campylobacter oder Listerien sind Keime, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden und bei diesem Erkrankungen auslösen können. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer kontrollieren daher Milch und Milchprodukte regelmäßig auf ihre Keimgehalte. Lebensmittelrechtlich wird bei Milch zwischen Rohmilch, Vorzugsmilch und Konsummilch unterschieden.

Rohmilch wird nicht über 40 °C erhitzt oder einer ähnlich wirkenden Behandlung unterzogen, die Bakterien abtötet. Rohmilch darf nur direkt im milcherzeugenden Betrieb, in dem sie gewonnen wurde mit dem gut sichtbaren Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ an Verbraucher abgegeben werden („Milch ab Hof“).  Milchausgabeautomaten oder Milchtankstellen werden immer beliebter. Daher wurden bei den vom BVL koordinierten Programmen des Zoonosen-Monitorings und des Bundesweiten Überwachungsplans (BÜp) Proben von Rohmilch auf krankmachende Keime untersucht.

Bis zu 4 % der Proben von  Rohmilch, die zur weiteren Bearbeitung bestimmt war, als auch der Rohmilch aus Milch-ab-Hof-Zapfautomaten waren mit den Krankheitserregern Campylobacter spp., Listeria monocytogenes und shigatoxin-/verotoxinbildenden Escherichia coli (STEC/VTEC) kontaminiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen der „Milch ab Hof“ auf Hygieneindikatoren wie Escherichia coli und koagulasepositive Staphylokokken zeigten zudem, dass Rohmilch, die direkt an den Verbraucher abgegeben wird, nicht immer eine zufriedenstellende hygienische Qualität aufweist. Die Ergebnisse bestätigen, dass von Rohmilch ein Risiko für eine Infektion des Menschen mit Krankheitserregern ausgehen kann und Verbraucher Rohmilch deshalb grundsätzlich vor dem Verzehr erhitzen sollten. Dem BVL wurden im Jahr 2017 insgesamt 18 Krankheitsausbrüche gemeldet, die durch den Verzehr von nicht abgekochter Rohmilch verursacht wurden. Dabei erkrankten 221 Menschen an Campylobacter, weitere infizierten sich durch die verzehrte Rohmilch mit dem EHEC-Krankheitserreger und dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-Erreger (FSME-Virus).

Abgepackt darf Rohmilch nur als Vorzugsmilch an Verbraucher verkauft werden. Sie darf nur aus bestimmten, zuvor genehmigten und regelmäßig kontrollierten Milcherzeugungsbetrieben stammen. An den Tierbestand, den Betrieb sowie die Vorzugsmilch werden besondere rechtliche Anforderungen gestellt. Als besonders leicht verderbliches Lebensmittel ist Vorzugsmilch mit einem Verbrauchsdatum und dem Hinweis „Aufbewahren bei höchstens + 8 °C“ zu kennzeichnen. In Proben von Vorzugsmilch wurden in den genannten Überwachungsprogrammen keine krankmachenden Keime nachgewiesen, so dass die hohen hygienischen Anforderungen die Kontamination der Milch offenbar weitgehend vermeiden.

Konsummilch wird vor der Abgabe an Verbraucher grundsätzlich wärmebehandelt (z. B. durch Pasteurisation oder Ultrahocherhitzung), so dass vorhandene Krankheitserreger sicher abgetötet werden. Eine gesundheitliche Gefahr kann aber dann von Produkten ausgehen, bei deren Herstellung die Rohmilch nicht erhitzt wird, wie Rohmilchkäse. Dies zeigen auch  weitere Ergebnisse aus dem Zoonosen-Monitoring. Bis zu 1,6 % der Proben von Rohmilchkäse wurden positiv für Salmonella spp., STEC/VTEC und Listeria monocytogenes getestet. In einer Probe von Weichkäse/halbfestem Schnittkäse wurden so hohe Keimzahlen von Listeria monocytogenes nachgewiesen, dass sie eine potenzielle Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellten.

Salmonellen und Campylobacter sind häufig Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Infektionen mit Listeria monocytogenes treten im Vergleich dazu zwar insgesamt seltener auf. Sie können aber schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen auslösen und sogar zum Tode führen. Die Untersuchungsergebnisse unterstreichen daher die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung, dass empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immunsupprimierte Menschen sowie Schwangere auf den Konsum von nicht wärmebehandelter Rohmilch und Rohmilchkäse verzichten sollten. Diese Empfehlung gilt auch für den Konsum von Vorzugsmilch, da Vorzugsmilch zum direkten Verzehr bestimmt ist und ein Vorkommen von pathogenen Keimen nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Die Behörden der Bundesländer untersuchen Milch auch auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und Umweltkontaminanten. Überschreitungen von geltenden Höchstgehalten sind dabei die Ausnahme. So wurden 2017 im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplanes lediglich in zwei von 1.510 Proben der zulässige Höchstgehalt des entzündungshemmenden Wirkstoffs Diclofenac überschritten. Die übrigen Untersuchungen auf verbotene und nicht zugelassene Stoffe, sonstige Tierarzneimittel und Umweltkontaminanten waren unauffällig. Dies traf auch auf die Untersuchungen von Vollmilch und Rohmilch auf Glyphosat zu, die im Rahmen des Monitorings durchgeführt wurden. Keine der untersuchten Proben wies messbare Rückstände dieses Pflanzenschutzmittelwirkstoffs auf. Ebenso waren die Befunde in Bezug auf weitere organische Substanzen wie DDT/DDE, Hexachlorbenzol und Lindan unauffällig. Diese Stoffe werden zwar seit Jahren nicht mehr eingesetzt, verbleiben aber in der Umwelt und reichern sich aufgrund ihrer hohen Fettlöslichkeit insbesondere in tierischen Lebensmitteln an.

Bundesweiter Überwachungsplan: www.bvl.bund.de/buep

Monitoring: www.bvl.bund.de/monitoring

Zoonosen-Monitoring: www.bvl.bund.de/zoonosenmonitoring

Berichte zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland: www.bvl.bund.de/bela

Fragen und Antworten des Bundesinstituts für Risikobewertung zum Verzehr von Rohmilch: https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zum_verzehr_von_rohmilch-197200.html

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das BVL ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt es umfassende Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen Union. In der Rubrik „Lebensmittel im Blickpunkt“ stellt das BVL regelmäßig Informationen zu bestimmten Lebensmitteln zusammen.

Stellenangebot für unseren Lieferdienst

Weil wir immer mehr Nachfrage nach unseren selbst erzeugten Milchprodukten haben,  freuen wir uns über Verstärkung.

Aktuell suchen wir wegen Krankheitsvertretung und großer Nachfrage noch eine Fahrer*in, der sich zutraut in Frankfurt und Umgebung unsere Produkte auszuliefern. Es geht um Dienstag und Donnerstag, andere Tage sind aber auch denkbar, weil wir noch eine weitere Tour planen.

Sie sollten gut Auto fahren können, keine Angst vor der großen Stadt haben und unsere Kisten heben können. Das Sie so nett und zuverlässig sind wie wir alle hier, versteht sich von selbst.

Falls Sie Lust haben in einem engagierten Team zu arbeiten oder weitere Infos brauchen, melden Sie sich gerne unter der Telefonnummer 06053-2822 bei Claudia Müller

Regionales Geschmacksfestival Kinzigal & Spessart

22. Mai bis 16. Juni 2019

Es ist wieder soweit! Landwirte, handwerkliche Verarbeiter, Köche und Dorfläden laden zum Regionalen Geschmacksfestival Kinzigtal & Spessart ein. Erfahren Sie in den nächsten Wochen mehr über die Herkunft und Erzeugung regionaler Produkte und genießen Sie den Frühling mit Spezialitäten aus der Region. Ein abwechslungsreiches Programm mit regionalen Gerichten aus den Küchen der Landgasthöfe, Verkostungen sowie Hofführungen und Festen erwartet Sie! Nähere Informationen finden Sie unter www.geschmacksfestival.de.

Das Geschmacksfestival ist eine gemeinsame Initiative des Main-Kinzig-Kreises, SPESSARTregional und des Kreisbauernverbandes Main-Kinzig.

„Ich möchte beschreiben, wie es uns Landwirtsfamilien im Moment geht und dabei einen Vergleich mit unserem Schulsystem und unseren Lehrern wagen. Landwirtschaft wird in der Gesellschaft sehr kritisch betrachtet. Wir werden als Grundwasserverschmutzer, als Tierquäler, als Ökosystemvernichter in den Medien dargestellt. Von allen Seiten werden Wünsche und Ansprüche an uns gestellt. Wir sollen weniger düngen, wir sollen weniger intensiv arbeiten, wir sollen unseren Tieren ein gutes Leben gewähren und wir sollen die Freizeit nicht stören. Am Samstag und Sonntag die Ernte vorbereiten und einfahren oder Fahrradwege benutzen ist nicht gerne gesehen. Die Landwirtschaft ist mit einer ganzen Reihe von Ansprüchen konfrontiert, die aber nichts mit der Realität zu tun haben. Genährt durch mediale Berichterstattung und ein großes Maß an Nichtwissen gerät sie ins Abseits und die Landwirtsfamilien fühlen sich permanent angegriffen. Schule und Lehrern geht es ähnlich. Der Anspruch der Eltern an die Schulbildung und die Lehrer wird immer größeüür, während die Verantwortung für viele grundlegende Voraussetzungen unserer Kinder, wie Lern fähigkeit, Respekt und soziale Kompetenz von vielen Eltern nicht mehr wahrgenommen wird. Die Defizite der Kinder soll die Schule ausgleichen, sie ist dafür verantwortlich, wenn es hinterher nicht klappt mit der Bildung. Die Gesellschaft macht es sich in weiten Teilen bequem und überträgt Verantwortung auf andere! Wobei es noch differenzierter ist, denn der eine Teil gibt, gefühlt alle Entscheidungen ab, und der andere Teil fordert umso mehr.

Wo ist die Parallele?

Die einen konsumieren zu billigsten Preisen Lebensmittel und die Verantwortung für deren Herstellung hört am Preisschild auf. Die anderen sind die bewussten Verbraucher, die sich Lebensmittel wünschen, die deren persönlichem Wohlgefühl entsprechen. Die Kühe auf der Weide, das Bienchen auf der Apfelblüte, der Feldrain mit extensivem Bewuchs, der Landwirt auf der Scholle mit braun gebranntem Gesicht und nicht zu großen technisehen Geräten.
Beides hat nichts, gar nichts mit der Realität und Machbarkeit zu tun. Höchste, verklärte Ansprüche und maximale Verantwortungslosigkeit führen dazu, dass Landwirtsfamilien weder Perspektiven noch Rückhalt in der Gesellschaft haben.
In der Schule ist es ähnlich. Die Verantwortung wird zu großen Teilen am Betreten des Schulhofes abgeben. Auf Lehrer übertragen, die Erziehung statt Bildung übernehmen müssen und die keinen Rückhalt bei den Eltern haben. Und dann gibt es die anderen, die für ihr Kind nur das Beste und Schönste möchten, die fordern und fördern mit dem Erfolg, dass wir Kinder in die wohlgepolsterte Hängematte legen, mit Ansprüchen an das Leben, die ebenfalls nichts mit der Realität zu tun haben.
Ich male extrem Schwarz-Weiß und vernachlässige die vielen vernünftigen und verantwortungsvollen Menschen, aus denen wir und die Lehrer unsere Bestätigung und Motivation ziehen. Die Politik und die Gesellschaft setzt zwei ihrer tragenden Säulen aufs Spiel – Bildung und Ernährung!

Wir wünschen ihnen schöne Osterfeiertage!“

Claudia Müller und das Team vom Weidenhof

 Wächtersbacher Heimatzeitung 08/2019

Weidenhof aus Wächtersbach ausgezeichnet

 Preisverleihung auf der Erlebnismesse LAND und GENUSS in Frankfurt

 Der Weidenhof aus Wächtersbach ist jetzt für seine Vorzugsmilch als einer der besten Teilnehmer der LAND und GENUSS-Trophy 2019 ausgezeichnet worden. Der Genuss-Wettbewerb findet begleitend zur Erlebnismesse LAND und GENUSS in Frankfurt statt und zeichnet regionale und handwerkliche Spezialitäten aus. Auf dem Frankfurter Messegelände überreichte DLG-Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Grandke gemeinsam mit der Frankfurter Weinkönigin Greta Brodrück die Urkunde an Claudia Müller.

Die LAND und GENUSS-Trophy hat dieses Jahr zum zweiten Mal stattgefunden. Alle Lebensmittel wurden vorab von einer Jury regionaler Genuss-Experten in einer Blindverkostung bewertet. Informationen zum Wettbewerb und den ausgezeichneten Produkten unter: www.landundgenuss.de/trophy

 LAND und GENUSS – Die Erlebnismesse in Frankfurt

Freunde der regionalen Genusskultur kommen einmal jährlich im Februar auf der LAND und  GENUSS voll auf ihre Kosten. Dann bringt die Erlebnismesse der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) ihren Besuchern mitten in Frankfurt eine Vielzahl regionaler Spezialitäten näher und lädt zum Schlemmen und Probieren ein. Drei Tage lang öffnet sich ein facettenreiches Schaufenster für regionale Lebensmittel und die heimische Genusskultur. 2019 präsentierten mehr als 370 Aussteller insgesamt 22.000 Besuchern ihre kulinarischen Produkte und Angebote. Informationen zur Messe unter: www.landundgenuss.de

Landwirte aus Leidenschaft

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Sie ist Landwirtin aus Leidenschaft. Engagiert und mit einem großen Erfahrungsschatz ausgestattet setzt sie sich für ihren Berufsstand ein. Wie Claudia Müller zur Landwirtschaft kam und was den Weidenhof in Wächtersbach heute auszeichnet, hat die engagierte Landwirtin uns in einem Gespräch erzählt. Wir stellen den Milchviehbetrieb im Main-Kinzig-Kreis vor.

Den Weidenhof kannte Claudia Müller schon als Kind, sie wuchs unter dem Mädchennamen Rasch in Neudorf auf. Dass man Landwirtschaft auch studieren kann, erfuhr sie erst über die Berufsberatung in der 13. Klasse. Nach einem einjährigen Fachpraktikum auf dem Weidenhof blieb sie. Auf dem traditionsreichen Betrieb und bei Achim Müller, mit dem sie seither die Geschicke des Weidenhofes leitet. Bereits vor ihrem Praktikum hatte der ehemalige Gemischtbetrieb sich von Schweinen, Hühnern und Pferden getrennt und ganz auf die Kuhhaltung gesetzt. Nach dem Generationenwechsel entwickelten Achim und Claudia Müller den Milchviehbetrieb weiter. 1995 stiegen sie in die Direktvermarktung ein.

Achim und Claudia Müller

Achim und Claudia Müller betreiben gemeinsam den Vorzugsmilchbetrieb Weidenhof in Wächtersbach.

Die passionierte Landwirtin erinnert sich gern an die Fachhochschule, die als erste im Bundesgebiet einen biologischen Studiengang anbot und noch heute einer der renommierten Standorte für biologische Landwirtschaft ist. „Eine kleine schöne Fachhochschule mit super guten Professoren und grundsolider Ausbildung“, fasst Müller zusammen. „In diesem Studium haben wir ein ziemlich intensives Netzwerk gehabt mit Studienkollegen, die alle selbstständige Fachleute und Berater geworden sind – aus diesem Netzwerk zehren wir Aktiven immer noch.“ Sie selbst spezialisierte sich damals auf alles, was mit Tieren zu tun hat: Tierhaltung, Tierernährung, und entdeckte früh ihre Freude am Umgang mit Kunden, die Lust, sich auch ernährungspolitisch im Rahmen der regionalen direktvermarktenden Landwirtschaft zu engagieren.

Am 24. Januar 2019 spricht Claudia Müller im Rahmen der Internationalen Grünen Woche beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2019. Thema der Veranstaltung, die von dem Bundesverband der Regionalbewegung e.V. initiiert und von Geschmackstage Deutschland e.V. unterstützt wird: Intelligente Logistik. Innovative Distributionslösungen für die Zukunft der ländlichen Räume. Die Moderation übernimmt Ulrich Frohnmeyer.

Der Weidenhof ist ein Milchviehbetrieb. Die Nachfrage nach Milch ist hoch, berichtet Müller. Allein in 2018 produziert der Weidenhof 700.000 Liter Milch direkt in der eigenen Hofmolkerei. 50.000 Liter pro Jahr davon vermarkten sie roh, als Vorzugsmilch. Der Weidenhof ist der einzige Betrieb in Hessen mit einer Zulassung, das sensible Frischeprodukt naturbelassen zu vertreiben. Der Vorteil: Vorzugsmilch wird nicht erhitzt, enthält also alle wertvollen Inhaltsstoffen der Milch. Der Nachteil: Sie darf laut Gesetzgebung nur 96 Stunden nach dem Melken abgegeben werden. Das ist eine Herausforderung für den regionalen Lebensmitteleinzelhandel – und eine Chance für den Lieferservice, mit dem die Direktvermarkter ihren Kunden die Milchprodukte bis vor die Haustür bringen. Das setzt eine hohe Serviceorientierung und umfassendes unternehmerisches Know-How, verbunden mit einem hohen Einsatz.

Der luftige, helle Stall vom Weidenhof.

Das Unternehmer-Gen liegt in der Familie. Die Verbundenheit mit der Region auch. Alle Geschwister von Achim Müller und seiner Frau leiten eigene Unternehmungen, eine Schwester von Claudia Müller arbeitete zeitweilig im Hofladen mit und führt jetzt wieder ihren eigenen Dorfladen. Ein toller Service für die Bewohner, den aufrecht zu erhalten eine Herausforderung darstellt. „Die Bequemlichkeit der Verbraucher ist der Feind kleiner ländlicher Strukturen“ stellt Müller nüchtern fest. Gute Qualität und Freundlichkeit sei das A und O. Dazu komme, dass man formal die gleichen Anforderungen zu erfüllen habe wie große Geschäfte. Dadurch brechen auf den Dörfern viele kleine Betriebe weg, zum Beispiel Metzger.

INNOVATION UND TRENDBEWUSSTSEIN IM HANDWERKLICHEN BETRIEB

Positiv sieht Müller gegenwärtig Trends und Entwicklungen in den Städten. Die Plastik-Mehrweg-Diskussion wirkt sich positiv auf das Pfandsystem der Direktvermarkter aus. Bis nach Frankfurt am Main hinein liefert der Weidenhof seine Milchprodukte. Gut für die vielen Cafés, die hier neu entstehen und meist über Empfehlung auf Qualität und Geschmack der Weidenhof Landmilch aufmerksam werden. „Vorzugsmilch liefern wir in Frankfurt aktuell hauptsächlich an Manufactum brot&butter“, so Müller. „Das Personal ist besonders geschult im Umgang mit der naturbelassenen Milch. Die anderen Cafés arbeiten sehr gut und gern mit der pasteurisierten Landmilch, die auch eine tolle, vollmundige Crema macht.“

Die vielseitige Landwirtin in der eigenen Hofmolkerei in ihrem Element

Die vielseitige Landwirtin in der eigenen Hofmolkerei in ihrem Element.

Darüber hinaus kooperiert der Weidenhof als ausgezeichneter Landmarkt-Betrieb mit dem regionalen Lebensmitteleinzelhandel und ausgewählten Partnerbetrieben. Der Weidenhof hat heute fast 40 Mitarbeiter, beliefert regelmäßig über 550 Haushalte, betreibt seit 2007 einen eigenen Hofladen, in dem neben Fleisch und Milchprodukten der eigenen Tiere auch regionale Produkte ausgewählter Partnerbetriebe zu kaufen sind. Seit 2013 führen zwei Mitarbeiterinnen der Müllers mit dem Q ein beliebtes Ausflugslokal auf dem Weidenhof. Achim Müller verantwortet die Landwirtschaft und alle baulichen Aktivitäten des Betriebes.

Claudia Müller steuert Molkerei und Stall mit wachem Blick – und, ganz modern, über ihr Mobiltelefon. „Auf meinem Handy hab ich die komplette Überwachung von dem Betrieb drüben in Aufenau. So habe ich den Betrieb und den Melkroboter im Blick ohne immer rüber fahren zu müssen.“, so Müller. „Auch hier im Stall nutzen wir die Vorteile der Digitalisierung, vom Managementsystemen bis zur Datenverwaltung. Ich finde das hilfreich, nutze das, soweit ich kann und profitiere von den Infos, die ich so über unsere Kühe bekomme.“ Das ändere nichts daran, dass sie sich beim Melken immer noch am besten besinnen kann, lacht Müller. Der unmittelbare Kontakt mit den Tieren sei ihr heute so wichtig wie damals in der Ausbildung.

Milchkühe

Auf die Frage, was sie sich für den Betrieb und für die Zukunft wünschst, wird Claudia Müller nachdenklich. „Wir sind so ein toller Betrieb. Bewahren Traditionen und gehen mit der Zeit. Trotzdem stehen wir vor der Frage, wie wir den Weidenhof weiter entwickeln. Das Tolle ist, er kann theoretisch in alle Richtungen weiter entwickelt werden. Das Schwierige ist, das selbst die Einhaltung aller Vorgaben und Forderungen der Politik von Biogas-Anlage bis Kreislaufwirtschaft nicht dazu führt, dass man besser wirtschaften kann. Unseren Tieren geht es gut, unsere Produkte sind beliebt, wir machen Öffentlichkeitsarbeit, werben um Austausch und Dialog mit der Bevölkerung, geben jeden Tag unser Allerbestes. Doch die politischen und gesetzlichen Hemmnisse für den Betrieb sind enorm. Wir sind gespannt wie es weitergeht.“

DER WEIDENHOF AUF DER INTERNATIONALEN GRÜNEN WOCHE 2019

Der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. lädt Sie herzlich ein zu seinem
Begleitforum „Intelligente Mikrologistik: Innovative Distributionslösungen
für die Zukunft der ländlichen Räume“ am 24. Januar 2019 von 10 bis 12 Uhr
im CityCube in Berlin.

Ein wirtschaftlich tragfähiges Logistiksystem ist für
Regionalvermarktungsinitiativen oft eine große Herausforderung und
essenziell für ihren langfristigen Erfolg. Bisher scheitern die Konzepte oft
an den hohen Kosten. Daher müssen bestehende Strukturen, Kapazitäten und
Angebote stärker miteinander verknüpft und genutzt werden.

Auf dem Zukunftsforum Ländliche Entwicklung stellt das Netzwerk
RegioLogistik unter dem Dach des Bundesverbandes der Regionalbewegung
kreative und effiziente regionale Logistik-Modelle vor und lädt zur
Diskussion ein.

LAND & GENUSS-Trophy

Sehr geehrter Herr Müller,

letzte Woche fand die Verkostung der LAND & GENUSS Trophy in Frankfurt statt. Eine fachkundige Jury aus prominenten Vertretern Frankfurts (Gastronomie, Handel und Medien) hat die Produkte verkostet und die Sieger gewählt. Ihr Erzeugnis

Vorzugsmilch

zählt zu den Siegern und wird auf der Messe besonders geehrt. Herzlichen Glückwunsch!

Die öffentliche Preisverleihung mit Überreichung der Urkunde findet am Freitag, 22. Februar 2019 um 13:30 Uhr im Rahmen der LAND & GENUSS auf dem Messegelände in Frankfurt statt. Der DLG- Hauptgesch.ftsführer, Dr. Grandke, wird die Ehrung vornehmen.

Ihr Produkt wird außerdem an unserem Trophy-Stand aus der Messe präsentiert. Die Messebesucher haben die Möglichkeit sich über die Siegerprodukte zu informieren und erhalten eine Übersicht mit allen ausgezeichneten Produkten sowie dem Hinweis, an welchem Stand Sie zu finden sind. Zusätzlich bieten wir dort kleine Verkostungen einzelner Produkte an.

Mit genussreichen Grüßen

Ihr Team der LAND & GENUSS-Trophy

Grasernte

Schauen Sie uns bei der Grasernte zu.

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